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Maßschuhmacher

Hedy Mohammadi

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Hedy Mohammadi Hedy Mohammadi

Aus Afghanistan ins Handwerk
Hedy ist aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Nach der anfänglich schweren Zeit in einem komplett fremden Umfeld hat sein Leben mit der Ausbildung zum Maßschuhmacher „richtig angefangen“. Heute spricht Hedy mit leuchtenden Augen von seinem Beruf. Kaum vorstellbar, dass sein Interesse an diesem Job am Anfang relativ gering war. Als Kind träumte er nämlich davon, Arzt oder Architekt zu werden. Jetzt ist er irgendwie beides: Er verarztet Schuhe – und er designt sie.

Vom Flüchtling zum Handwerksmeister
Im Handwerk machen heute über 26.000 Menschen aus Flüchtlingsländern eine Ausbildung. Hedy war einer von ihnen – und ist heute Meister und selbst leidenschaftlicher Ausbilder. Die Leidenschaft, das ist auch einer der Gründe, weshalb Schuhe und Hedy heute so gut zusammenpassen: „Ich bin für diesen Beruf geboren.“ Er steckt viel Kraft, Energie und Liebe in jedes Paar Schuhe, hält sie die ganze Zeit in den Händen und arbeitet mit ihnen. „Sie sind ein bisschen wie ein Baby“, sagt er mit einem Lächeln. Hedys Kund*innen wertschätzen diese Hingabe; und so kann es schon mal passieren, dass sie die lange Reise aus Japan nach Deutschland in Kauf nehmen, um ihre maßgefertigten Schuhe persönlich in Empfang zu nehmen. Bei derartiger Anerkennung sprüht Hedys Herz vor Freude. Dass ein individuelles, qualitativ hochwertiges Paar Schuhe nicht nur toll aussehen kann, zeigt sich bei genauerem Hinsehen. Als Maßarbeit tragen sie nämlich ihren Teil zu einer gesunden Haltung bei. Zudem ist es besser für die Umwelt, die Schuhe vielleicht einmal mehr zur Reparatur zu bringen, anstatt sie sofort wegzuschmeißen. Nachhaltigkeit kann eben schon an den Füßen beginnen.

Als Kind wollte ich
Architekt oder Mediziner
werden – heute bin ich irgendwie beides.

Hedys Traum
Seine Auszubildenden möchte Hedy mit derselben Leidenschaft anstecken, die ihn selbst mit seinem Beruf verbindet. Denn: „Wenn man einen Beruf mit Liebe macht, kommen viele Ideen von alleine.“ Dass Hedys Herz am rechten Fleck sitzt, wird immer wieder spürbar. So träumt er davon, seinen obdachlosen Freund*innen eine Chance zu bieten: in einer Werkstatt, die so groß ist, dass er ihnen allen eine Ausbildung ermöglichen könnte. Und dort produzieren sie gemeinsam „Schuhe für Europa oder für die Welt“. Noch klingt das alles nach einem Traum. Aber es wäre nicht das erste Mal, dass Hedy etwas Außergewöhnliches schafft.  

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Massschuhmacher*in

Gewerkegruppen:
Bekleidungs-, Textil- und Ledergewerbe
Interessensbereiche:
Fashion/Beauty; Verkauf/Beratung
Dauer der Ausbildung:
3 Jahre
Massschuhmacher*in
Ausbildungsdetails